Grundlagen Brikettieren

Wo gehobelt wird – fallen Späne

Rohstoffe werden immer knapper und die Preise steigen, obschon wir immer effizienter mit dem teuren Ausgangsmaterialien umgehen, fallen trotzdem immer Reststoffe an. Gerade in diesen Reststoffen liegt ein noch ungenutztes Potential. Diese Reststoffe gilt es zu verwerten und so oft wie möglich in den Energiekreislauf zurückzuführen.

 

 

Was wiegt mehr? – Eine Tonne Blei oder eine Tonne Watte?

Damit die gesammelten, wiederverwertbaren Rohstoffe nicht unsere Lagerkapazitäten ausschöpfen – oder die Einsparung der Materialrückführung durch die Lagerhaltungskosten egalisiert werden – gilt es diese auf ein kleinstmöglichstes Volumen zu reduzieren. Durch den Einsatz von Brikettierpressen können verpressbare Materialien bis zu einem durchschnittlichen Verdichtungsverhältnis von 10:1 (bei Aluminium bis zu 20:1 !) reduziert werden.

 

 

Verpressbare Materialien

Verwertet werden können in Form von Staub, Spänen oder Schnitzel:

  • Aluminium
  • Holz
  • Karton
  • Papier
  • Stroh
  • Reisschalen
  • Styropor
  • Polystyrol
  • Polyurethan 

 

Metalle

Speziell in der Giesserei- und Aluminiumindustrie ist der wirtschaftliche und ökologische Effekt besonders hoch. Eine Amortisation der Brikettieranlage innerhalb von 8–12 Monaten ist keine Seltenheit.

 

Beispiel Aluminium

Bei der Bearbeitung von Aluminium werden Späne mit hochwertigen Kühl- und Schmierstoffen ausgetragen. Bei der Brikettierung der Späne werden die Kühl- und Schmierstoffe ausgepresst. Diese können direkt in das vorhandene System zurückgepumpt werden. Durch das Trennen von Kühl- und Schmierstoffe vermindert sich das Transportgewicht. Die Umwelt wird nicht durch unnötig verlorene Flüssigkeit belastet. Die Brikettierung bewirkt eine grosse Volumenreduzierung des Ausgangsmaterials von 7:1 bis zu 20:1. Diese kompakten, festen Briketts senken die Transportkosten durch eine hohe Containerauslastung. Beim Einschmelzen entsteht geringerer Verlust (Abbrand ca. 3–5%), da die Brikettform eine geringere Oberfläche als das Lose Spangut (Abbrand ca. 25–30%) besitzt. Der Mehrerlös beim Verkauf der Briketts an Aluminiumschmelzwerke beträgt ca. 400 CHF/1000kg.

 

Holz

Holz ist ein Naturprodukt. Durch die hohe Verdichtung zum Brikett nimmt es in etwa das Brennverhalten von Kohle an. Zudem ist das Verbrennen von Holzbriketts CO2-neutral, da nur soviel CO2 an die Atmosphäre abgegeben wird, wie ein nachwachsender Baum durch die Photosynthese aufnimmt. Durch das Brikettieren der Holzabfälle (Holzschnitzel, Späne, Sägemehl) kann im selben Lagerraum die achtfache Menge an Holzabfälle gelagert werden. Im Übrigen wird die Gefahr einer Staubexplosion durch die Bindung des Holzstaubes soweit reduziert, sodass für diese Räume keine Druckentlastungsflächen mehr vorgeschrieben sind. Durch die wachsenden Diskussionen um CO2-Abgaben, den Treibhauseffekt und die stetig steigenden Erdölpreise, eine interessante Alternative die sich rechnet!

 

Natürliche Wärme

Holzbriketts können nicht nur im Cheminée und Kachelöfen, sondern in fast jeder Festbrennstoff-Feuerungsanlage verwertet werden. Dabei entsprechen 500kg Brikett aus Hobelspänen, dem Heizwert von 200lt. Heizöl. Ihr Holz bleibt auch nach dem Brikettieren ein Naturprodukt, da es unter hohem Druck ohne Bindemittel zu gleichmässig grossen und harten Briketts gepresst wird. Dies entspricht der Anforderung nach DIN 51731 – der deutschen Norm für Holzpellets. 

 

Staub allgemein

Dort wo industrieller Filterstaub gesammelt wird ist die Gefahr der Selbstentzündung – je nach Material – sehr hoch. Mit einer eigens für diesen Bereich entwickelten Staubpresse wird mit hohen Drücken die Oberfläche so verdichtet, dass keine besonderen Schutzmassnahmen mehr nötig sind. Die Einhausung einer z.B. teuren CO2-Löschanlage entfällt gänzlich. Industrieller Staub, Metall-Staub und Staub aus der Laserbearbeitung können nach dem Brikettieren nicht nur problemlos gelagert – sondern gegebenenfalls auch direkt dem Schmelzprozess wieder zugeführt werden. Meist lässt sich die Brikettierpresse ohne Aufwand unter Zyklonen, die Staubpartikel aus der Luft schleudern, anbringen. Auf den Einsatz von Zellradschleusen oder ähnlichen Systemen kann oft verzichtet werden.

 

Ihr Gewinn:

  • Geringere Lagerfläche durch Volumenreduktion
  • Reduktion der Transport- und Handling-Kosten
  • Höhere Sicherheit
  • Mehrerlös beim Recycling (Metall)
  • Einsparen hochwertiger Kühl- und Schmierstoffe
  • Senken der Brennstoffkosten
  • Zusätzliche Einnahmequelle bei Verkauf von Holzbriketts